Rennradausflug an den Fuschlsee

Die Region rund um den Fuschlsee diente uns im Mai 2026 als Ausgangspunkt für vier wunderschöne Rennradtouren. Genauer gesagt nächtigten wir in Faistenau und starteten von hier zu einer klassischen Seenrunde im Salzkammergut, zur Rossfeld-Panoramastraße in die Berchtesgadener Alpen und zu einer Runde über die Postalm. Mit dem Gaisberg stand am vierten Tag schließlich noch eine würdige Abschlusstour auf den Salzburger Hausberg auf dem Programm.

Nachfolgend ein Bericht über die vier Touren – garniert mit herrlichen Bildern.


27. Mai 2026: Herrliche Salzkammergut-Seen

Nach der Anreise starten wir gegen Mittag zu einer rund 90 Kilometer langen „Sightseenig-Runde“ entlang der Salzkammergut-Seen. Eine naturgemäß flache Runde, wenn das „Dazwischen“ nicht wäre.

Vom Fuschlsee zum Mondsee

Gewässer Nummer eins ist der Fuschlsee, den wir bereits nach wenigen Kilometern Fahrt erreichen. Über die Schöffbaumhöhe radeln wir weiter zum Mondsee und legen in der gleichnamigen Marktgemeinde einen ersten kurzen Stopp ein. Die Basilika Mondsee bietet dabei ein willkommenes Fotomotiv – schließlich soll dokumentiert werden, dass wir kulturell durchaus versiert sind. Zumindest auf den Fotos soll dieser Eindruck entstehen.

Hügelig zum Attersee

Weiter geht es am Nordufer des Mondsees entlang. Ab Loibichl folgt ein kurzer Anstieg, der uns wenig später herrliche Ausblicke auf See Nummer drei beschert: den Attersee.

Über Nußdorf erreichen wir Unterach am Attersee, wo der nächste Fotostopp folgt. Eine Seenrunde muss ja auch fotografisch ordentlich abgearbeitet werden.

Flanieren in die „Kaiserstadt“

Salzkammergut ohne Bad Ischl ist wie Tubeless ohne Milch. Irgendwie geht’s, aber es fehlt etwas Entscheidendes. Und somit wechseln wir vom Attersee an den Traunfluss und rollen in der „Kaiserstadt“ Bad Ischl ein. Kurpark und Flanieren auf der Esplanade am Ufer der Traun sind hier natürlich Pflicht. Da sind wir dabei …

Der Rummel in den Gaststätten ist uns in Bad Ischl dann doch etwas zu viel, weshalb wir die ursprünglich hier geplante Einkehr kurzerhand an den nächsten See verlegen. Zudem sind wir unter 60 Kilometer noch selten wo eingekehrt.

Wolfgangsee – wo der Kaiserschmarrn zunächst auf Eis gelegt wird

Wesentlich beschaulicher geht es anschließend in Strobl am Wolfgangsee zu. Während unserer Salzburger Almentour wurden wir hier 2022 am Seeufer bestens bewirtet – entsprechend groß ist die Vorfreude auf Kaiserschmarrn und Kaffee.

Heute ist es dem Wirt offenbar ebenfalls etwas zu beschaulich, weshalb wir vor verschlossenen Türen stehen. Die Alternative sind zwei Kugeln Eis mit Ausblick auf den Wolfgangsee und danach folgendes Bild.

Die Kaffeepause holen wir anschließend in St. Gilgen am Wolfgangsee nach und genießen dort das herrliche Ambiente von See und Bergen. Kaffee und Süßspeisen gibt es also doch noch; die Tour ist gerettet. Und wir selbst auch.

Gut gestärkt absolvieren wir die verbleibenden Kilometer zum Fuschlsee. Über das kurze, aber steile Perfalleck erreichen wir schließlich wieder Faistenau.

Als wir etwas später gegen 20:00 Uhr in einer Gaststätte unser Abendessen genießen, erspähen wir einen Rennradfahrer in der RCP-Dress. Er hat es also doch (noch) geschafft: Vereinskollege Michael B. hat die Anreise nach Faistenau nämlich auf zwei Rädern absolviert. Nach rund 250 Kilometern war auch seine persönliche „Auftakttour“ beendet. Respekt!


28. Mai: Hintersee und Rossfeld-Panoramastraße

Am zweiten Tag wartet die Königsetappe auf uns: Auf dem Plan steht ein Rennradausflug in die Berchtesgadener Alpen, der uns unter anderem zum Hintersee und über die Panoramastraße am Rossfeld führen wird. Wir sind motiviert und bestens vorbereitet. Hoffentlich.

Kurzweilige Anfahrt

Wir starten also wieder in Faistenau und die Runde beginnt großartig: Auf den ersten rund acht Kilometern geht es nämlich durchwegs bergab. Die Straße durch die enge Strubklamm mit ihren Tunnels ist gleich zu Beginn ein erstes Highlight und bringt unsere Bremsen schon einmal auf Betriebstemperatur.

Danach kommen auch wir Fahrer auf Betriebstemperatur, denn es folgt ein kurzer Anstieg nach Hinterwinkl, wo wir auf schmalen Straßen durch eine idyllische Landschaft radeln. Das danach folgende Salzachtal queren wir südlich von Salzburg und beim Schloss Frohnburg gibt es einen ersten Zwischenstopp.

Nach Bad Reichenhall folgen wir dem schönen Radweg am Saalachsee. Mit dem anschließenden Anstieg auf den 868 Meter hohen Schwarzbachwachtsattel geht es dann erstmals länger bergauf.

Grandiose Berglandschaft am Hintersee

Grundsätzlich könnten wir nun direkt nach Ramsau bei Berchtesgaden und weiter zum Rossfeld fahren. Wenn da nicht unser Guide und Tourenplaner wäre, dessen Touren bekanntlich von vielen „Umweg“ geprägt sind.

Dieses Mal folgt mit dem Hintersee eine Zusatzschleife, die sich allerdings als landschaftlicher Leckerbissen herausstellt. Eingerahmt von den Gipfeln der Reiter Alpe und so manchem „Prominenten“ des Berchtesgadener Nationalparks, wie Hochkalter (2.607 m) oder Watzmann (2.713 m), liegt der Hintersee idyllisch am Talschluss.

Ein herrliches Kleinod, eingerahmt von einer grandiosen Bergkulisse. Ebenso grandios und willkommen ist uns die „Brotzeit“ – auf gut österreichisch „Jause“ –, die wir in einem typisch bayerischen Biergarten am Ufer des Hintersees genießen. Nachdem zum landschaftlichen nun auch der kulinarische Genuss kommt, wird dieser Umweg als gerechtfertigt eingestuft.

Auch wenn die herrliche Umgebung zum Verweilen einlädt, müssen wir wieder aufbrechen, denn die Rossfeld-Panoramastraße wartet noch auf uns. Wir verlassen also den Hintersee, müssen aber schon nach wenigen Kilometern nochmals anhalten. Das folgende Motiv erfordert geradezu ein Foto.

Sightseeing in Berchtesgaden

Bevor tatsächlich der Ernst des Tages beginnt, rollen wir noch durch Berchtesgaden. Sehenswert sind vor allem der Schlossplatz mit dem Königlichen Schloss Berchtesgaden und die Stiftskirche.

Über die Panoramastraße am Rossfeld

Wie zu Beginn erwähnt, ist die nun folgende Panorama- oder „Höhenringstraße“ am Rossfeld das eigentliche Ziel der heutigen Tour. Von Berchtesgaden sind insgesamt elf Kilometer mit 1.020 Höhenmetern zu bewältigen.

Vor allem die ersten 3,5 Kilometer haben es mit durchschnittlich 11,4 Prozent Steigung und mehreren Abschnitten von rund 20 Prozent ordentlich in sich. Erst als wir bei einem Kreisverkehr auf die originale Rossfeld-Höhenringstraße einbiegen, pendelt sich die Steigung bei „normalen“ Werten ein und führt uns bis auf eine Höhe von 1.560 Metern.

Spätestens mit dem Erreichen der Baumgrenze sind die Ausblicke in die umliegende Bergwelt grandios: Überragt wird die Panoramastraße vom Felsmassiv des Hohen Göll, der mit seinen 2.523 Metern allgegenwärtig ist.

Der Hohe Göll wirkt auf der einen Seite wie eine abweisende, fast unüberwindbare Felsbarriere, während sich im Norden und Osten fantastische Fernblicke auf die Stadt Salzburg, den Dachstein, die Osterhorngruppe und das Tennengebirge ergeben. Die Panoramastraße macht ihrer Bezeichnung jedenfalls alle Ehre – „folglich“ gibt es weitere großartige Aufnahmen.

Selektiver Rückweg

Nach der Abfahrt vom Rossfeld erreichen wir Hallein und damit wieder das Salzachtal. Die hier vorherrschende Hitze lässt uns nochmals in einem Gasthaus einkehren, denn der Rückweg ins 784 Meter hoch gelegene Faistenau liegt noch vor uns.

Wenn da nicht zusätzlich der Umweg über die Gemeinde Krispl wäre, die auf 927 Metern liegt. Das eigentliche Kriterium sind dabei gar nicht die zusätzlichen Höhenmeter, sondern die freien Wiesenflächen, die keinerlei Schatten vor der sengenden Sonne bieten. Als wir Krispl endlich erreichen, ist ein Brunnen mit Fließwasser unsere erste Anlaufstelle.

Nach der Abfahrt nach Gaißau erreichen wir den Wiestalstausee. Die anschließende Steigung durch die Strubklamm nach Faistenau stellt uns sodann vor keine größeren Probleme.

Mit einer Runde Gerstensaftgetränke stoßen wir im Gastgarten unseres Quartiers schließlich auf eine wunderschöne Tour an, die nicht nur landschaftlich einiges zu bieten hatte, sondern uns teilweise auch ordentlich gefordert hat. Der Umweg über den Hintersee hat sich jedenfalls gelohnt. Beim Umweg über Krispl gibt es noch etwas Diskussionsbedarf, was noch ein weiteres Bier erfordert.


29. Mai 2026: Über die Postalm

Nach der klassischen Runde entlang der Salzkammergut-Seen wartet heute mit der Postalm der zweite Klassiker auf uns, der bei vier Rennradtagen im Salzkammergut natürlich nicht fehlen darf.

Die einzige Frage, die sich im Vorfeld stellte: Fahren wir die Postalm-Runde über Bad Ischl und den Pass Gschütt oder über die „andere Seite“? Nachdem unser kurzfristig gebuchtes Quartier in Faistenau bereits an der Strecke der „anderen Seite“ liegt, beantwortet sich diese Frage praktisch von selbst. Wir fahren also gegen den Uhrzeigersinn beziehungsweise entlang der Osterhorngruppe in Richtung Tennengebirge, wo bei Abtenau die Südauffahrt auf die Postalm beginnt.

Durch die Strubklamm

Wie bereits am Vortag starten wir auch diese Tour mit der Abfahrt durch die spektakuläre Strubklamm. Die schmale, kurvenreiche Trassenführung durch mehrere Tunnels hoch über der Schlucht wirkt dabei beinahe etwas abenteuerlich.

Zwischen grünen Wiesen und rauem Fels

Nach der Fahrt entlang des Wiestalstausees fahren wir nicht im Salzachtal nach Süden, sondern radeln über St. Koloman am Fuße der Osterhorngruppe in Richtung Tennengebirge.

Die zum Teil schmalen, kurvenreichen Straßen durch saftig grüne Wiesen und die Ausblicke auf das gegenüberliegende, raue Felsmassiv des Hohen Gölls bieten natürlich herrliche Fotomotive.

Wir hatten ursprünglich keine großen Erwartungen an die Anfahrt ins Lammertal. Gerade deshalb sind Überraschung und Freude umso größer. Die grüne Osterhorngruppe zu unserer Linken, vor uns das mächtige Tennengebirge und zur Rechten die Felswände von Untersberg und Hohem Göll ergeben herrliche Kontraste in einer grandiosen Landschaft.

Auch die Weiterfahrt ins Lammertal ist großartig. Über einen – zumindest für uns – namenlosen Übergang mit 867 Metern fahren wir durch die Weitenau bergab und erreichen bei Voglau beziehungsweise kurz vor Abtenau die Abzweigung auf die Postalm.

Mit Weitblick über die Postalm

Die landschaftlich schönere Variante für die Auffahrt auf die Postalm ist jene aus dem Lammertal, da sich hier von Anfang an herrliche Ausblicke in die umliegende Bergwelt ergeben.

Speziell der Blick auf das Tennengebirge und den Dachstein mit seinen leider immer kleiner werdenden Gletschern ist großartig. Die mehr als elf Kilometer lange Auffahrt mit knapp 800 Höhenmetern ist natürlich nicht zu unterschätzen, lässt sich aufgrund der gleichmäßigen und relativ angenehmen Steigung aber gut meistern.

Mit dem Lienbachsattel passieren wir auf 1.304 Metern den höchsten Punkt. Nach einer kurzen Abfahrt erreichen wir das weitläufige Postalm-Gebiet, wo eine Einkehr natürlich nicht fehlen darf. Alles andere wäre auch schwer zu rechtfertigen.

Über Wolfgangsee und Fuschlsee retour

Nach der wohlverdienten Stärkung starten wir in die Abfahrt zum Wolfgangsee. Nachdem am ersten Tag scheinbar halb Strobl Ruhetag hatte, versuchen wir unser Glück einfach ein zweites Mal.

Diesmal haben wir Erfolg: Kaffee und Mehlspeise sind verfügbar und werden mit Blick auf den Wolfgangsee entsprechend genossen. Jeder verdient bekanntlich eine zweite Chance.

Den weiteren Rückweg über St. Gilgen am Wolfgangsee (im Bild oberhalb zu sehen) kennen wir ebenfalls bereits vom ersten Tag. „Neu“ hinzu kommt hingegen ein Badestopp am Fuschlsee, dessen Wassertemperatur wir auf erfrischende, aber durchaus akzeptable 22 Grad einschätzen.

Bei unserem Quartier in Faistenau genehmigen wir uns neuerlich eine Runde Getränke und blicken mit schönen Erinnerungen auf eine herrliche Rennradtour zurück. Die Postalm hat ihren Platz in der Liste der Salzkammergut-Radklassiker jedenfalls verdient – und die Anreise über die „andere Seite“ ebenfalls.


30. Mai 2026: Wallersee und Gaisberg

Am heutigen Abreisetag geht’s in den Flachgau, wo wir den Wallersee umrunden. Einige Höhenmeter folgen gegen Ende der Tour, denn mit dem Gaisberg wartet ein fantastischer Aussichtsberg als würdiges Finale unserer vier Rennradtage.

Wallersee – etwas schwierig

Osten, Westen und Süden waren die Fahrt- beziehungsweise Himmelsrichtungen unserer bisherigen drei Touren. Somit radeln wir heute nach Norden in den Flachgau zum Wallersee. Damit wären die vier Himmelsrichtungen abgearbeitet. Einen tieferen Sinn sollte man darin allerdings nicht suchen.

Vielleicht liegt es ja an unserer Tourenplanung, aber der Wallersee scheint sich gerne zu verstecken – zumindest ist das unser Eindruck. Zunächst versperrt uns bei Henndorf am Wallersee der Wald den Blick auf den See. Im Bereich des Wengermoors wollen wir dann doch nicht über Schotter fahren. Wir wählen deshalb die „sichere“ Variante über die Bundesstraße, auf der wir den See allerdings endgültig aus den Augen verlieren.

In Seekirchen am Wallersee ist der Name dann wieder Programm. Der Wallersee scheint mit unserer geplanten Umrundung jedenfalls nicht ganz kompatibel gewesen zu sein. Oder es lag an unserem fahrbaren Untersatz – egal, wir müssen also wiederkommen.

Gaisberg – sehr schwierig

Teil zwei des vierten Radtages wird herausfordernd – was wir zunächst noch etwas unterschätzen.

Über Eugendorf erreichen wir das Umland der Stadt Salzburg und ab Guggenthal geht’s mit uns bergauf. Natürlich nicht per Lift, den gibt es sowieso nicht, sondern über die knapp neun Kilometer lange Straße auf den Gaisberg.

Den Salzburger Hausberg mit seiner markanten Sendeanlage konnten wir bereits vom Wallersee aus erspähen. Aus der Ferne wirkte der 1.265 Meter hohe Gipfel natürlich gar nicht so „hoch“. Jetzt, vor Ort, müssen wir den Tatsachen allerdings ins Auge blicken und uns eingestehen, dass rund 600 Höhenmeter erst einmal bewältigt werden wollen.

Der Anstieg bis zur Zistelalm auf rund 970 Metern Höhe „rollt“ zunächst noch ganz gut. Gelegentliche Ausblicke auf die Stadt Salzburg schmeicheln unserem Auge und sorgen für willkommene Ablenkung. Soweit, so gut.

Ab der Zistelalm legt die Steigung allerdings ordentlich zu. Bei eindeutig zweistelligen Steigungsprozenten sehnen wir uns nach moderateren Abschnitten – die allerdings nicht mehr kommen. Die verbleibenden 300 Höhenmeter verteilen sich nämlich auf gerade einmal 2,5 Kilometer. Entsprechend steil und herausfordernd führt die Straße bis zum höchsten Punkt des Gaisbergs.

Als wir schließlich den Park- und gleichzeitig Umkehrplatz erreichen, benötigen wir noch einige Momente der Erholung. Danach können wir das großartige Panorama vom Gaisberg bewundern, gefolgt von einer wohlverdienten Einkehr, bei der es nicht nur bei einem Getränk bleibt.

Wie auf den obigen Bildern zu sehen ist, haben sich mittlerweile immer mehr Wolken vor die Sonne geschoben. Als wir die Rückfahrt über Hinterwinkl und Ebenau antreten, fallen sogar die ersten Regentropfen.

Mit etwas Glück erreichen wir jedoch auf trockenen Straßen Faistenau, wo wir anschließend die Heimreise antreten.

Damit endet unser viertägiger Rennrad-Kurzurlaub rund um den Fuschlsee. Vier Tage, vier Touren, viele Seen, einige Berge und die Erkenntnis, dass man keinen Anstieg unterschätzen sollte, auch wenn er aus der Ferne nach nicht besonders viel aussieht.