Radreise Andalusien: Die Mauer von Albuñuelas

5. Etappe, 25.9.2018: Nachdem der gestrige Radtag der Radreise nach Andalusien von „locker und lässig“ etwa so weit entfernt war, wie Schwaz in Tirol von den weißen Dörfern Andalusiens, sind wir heute etwas vorsichtiger. Also nicht nur, dass zu den obligatorischen zwei Müsliriegeln zusätzlich auch eine Banane ihren Weg in die Trikottasche findet, sondern auch deswegen, weil eine Küstenstraße und die Mauer von Albuñuelas auf uns warten. Und der erfahrene Pedaleur weiß, dass bei einer Küstenstraße immer Vorsicht geboten ist. Denn die ist selten flach und zwischen den Buchten ist stets ein – richtig! – Hügel. Von dieser Mauer, die dann auch noch folgen soll, ganz zu schweigen …


Auf zum Balcón de Europa nach Nerja

„Moment, zuerst bitte noch ein Gruppenfoto!“ Tja, am fünften Radtag könnten wir es schon wissen, dass es ohne Gruppenbild am Startort keine Freigabe zur Abfahrt gibt. Gehört quasi zu unserem (erweiterten) Morgenritual. Das folgende Foto vor den weißen Häusern von Frigiliana ist auch wirklich gut gelungen. Durchwegs großartige Objekte in jeder Hinsicht …

Gruppenbild in Frigiliana, einem der weißen Dörfer Andalusiens.

So, dann kann’s endlich losgehen und auch diese Etappe berginnt wie jene der letzten Tage. Nämlich sehr gemütlich, das kennen wir schon. Zu Beginn radeln wir nämlich in flotter Fahrt bergab und erreichen nach etwa 15 Kilometern Abfahrtsspaß die Kleinstadt Nerja, die auf Meeresniveau liegt. Auch heute darf etwas Kultur – oder besser gesagt „Sightseeing“ – nicht fehlen. Und so lotst uns unser Reiseguide durch die Stadt Nerja zum Aussichtspunkt Balcón de Europa, der uns einen großartigen Panoramablick über die Küste bei Nerja bietet.

Über die Küstenstraße nach Motril

Danach folgt auf den nächsten ca. 40 Kilometern ein Ritt über die Küstenstraße Richtung Motril. Die Anstiege sind zum Glück eher moderat und so genießen wir die Ausblicke auf die Weite des Mittelmeeres, auch wenn der Verkehr hier etwas lästig ist. Sehenswert ist dabei unter anderem die Puente del Aguila, die sogenannte Adlerbrücke. Dieses Aquädukt wurde Ende des 19. Jahrhunderts zur Wasserversorgung erbaut und ist nach wie vor in Betrieb.

Im Badeort La Herradura ist wieder Zeit für die tägliche Vormittags-Kaffeepause. Heute direkt am Sandstrand, wo sogar einige von uns in das immer noch sehr warme Meer springen.

Rennradfahrer bei La Herradura.
Strohschirma am Strand von La Herradura.
Unsere Truppe am Strand von La Herradura.
Blick auf die Meeresbucht von La Herradura.

Damit nicht gar ein Schlendrian einreißt, setzen wir um die Mittagszeit unsere Fahrt fort. Bei Salobreña verlassen wir die Küstenstraße und wenden uns wieder der einsamen Bergwelt Andalusiens zu. Auch wenn die Kette nun wieder auf die größeren Ritzel wandert, ist die Ruhe und ursprüngliche Landschaft eine Wohltat. Viel Gegend, die wir in den folgenden zwei, drei Stunden erleben und das genaue Gegenteil der viel befahrenen Küstenstraße von vorhin.

Wo ist jetzt die Mauer von Albuñuelas?

Bei Pinos del Valle kehren wir kurz in die Zivilisation zurück, auch wenn wir hier vergeblich nach einer Einkehrmöglichkeit suchen. Und dann folgt das vermeintlich letzte Kriterium dieses Tages, die Mauer von Albuñuelas. Nach dem gestrigen Abenteuer bei Alcaucin sind wir ja einiges gewohnt und so nähern wir uns mit einigem Respekt der Mauer. Aber die ist letztendlich fast eine Enttäuschung. Ja, die Straße hebt zwar zwei, drei Mal gehörig an; das aber nur für maximal hundert Meter. Viel schneller, als wir glauben wollen, finden wir uns am höchsten Punkt der Muro de Albuñuelas wieder.

Rennradfahrer bei Los Guajares.
Rennradfahrer passieren einen Wasserleitung.
Zwei Rennradfahrer auf einer steil ansteigenden Straße.
Die Kirche von Pinos del Valle in Andalusien.
Zwei Rennradfahrer bei Los Guajares.

Nachdem alle Herausforderungen dieses Tages erledigt sind, ist während der restlichen 30 Kilometer fast schon lockeres Ausfahren angesagt. Nach einer gemütlichen Rast mit einigen cervezas in Cozvijar, beweist unser Reiseleiter einmal mehr, dass er sich – bis auf den Fauxpas bei Alcaucin – sehr gut vorbereitet hat. Über den einspurigen Camino de los Molinos cruisen wir auf den folgenden 15 Kilometern entlang von Trockensteinmauern sehr entspannt bis fast in die Vororte unseres heutigen Etappenziels Granada. So herrlich kann Radfahren sein!